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Nische und Lebensbaum als Motive der Textilkunst (Symposium In Würzburg)

Über Ort und Ursprung künstlerischen Tätigwerdens des Menschen von frühester Zeit an können Sie Grundsätzliches meinem Artikel über die Textilkunst entnehmen, wie sie zur Zeit in der Galerie Kelim in Würzburg (“Aus Zelt und Dorf”) präsentiert wird. Es ging immer … Weiterlesen

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1. Da ein Virus nicht aus dem Inneren eines menschlichen Organismus kommt (keine Eigenverursachung,”selbst schuld” gleichsam), sondern von aussen durch Kontakte/in einem Kontaktumfeld übertragen wird, kann seiner Verbreitung dh den Infektionen nur durch eine Beschränkung von Kontakten begegnet werden. 2. … Weiterlesen

Wort zur Lage (Teil 2) – Exekutive, Lockdown, Beschränkungen

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Sudetendeutsches Museum eröffnet

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GEWOFAG-Richtfest im Prinz-Eugen-Park

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Für Teppichfreunde: Carpet Diem am 11.10. im Museum der 5 Kontinente

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Nische und Lebensbaum als Motive der Textilkunst (Symposium In Würzburg)

Über Ort und Ursprung künstlerischen Tätigwerdens des Menschen von frühester Zeit an können Sie Grundsätzliches meinem Artikel über die Textilkunst entnehmen, wie sie zur Zeit in der Galerie Kelim in Würzburg (“Aus Zelt und Dorf”) präsentiert wird.
Es ging immer nicht nur um den Bedarf materieller Güter zum Leben (wie zB zum Wohnen, zum Kleiden), sondern wurzelt in Lebensgefühl, Eingebundensein im Lebensablauf und Jahresablauf, Weltsicht und Transzendenz-Ahnung
und kommt aus dem inneren Drang, sich mit dem bildlich zu umgeben (siehe Höhlen-und Felsmalerei), dies bildlich zu produzieren und vor Augen zu halten. Der Drang zum Schönen, zum Schmuck bis hin zum Luxus ist Ausdruck aus dem Innersten heraus: was nehme ich, was gestalte ich kreativ-innovativ um und aus.
Bloß farblose und bildlose Fell-, Flecht- und Webwerke sind ein Ansatz (Zweck), aber nicht ausreichend.

Nun der versprochene Bericht über das Symposium dort im September zum Thema “Nische und Lebensbaum” – denn das waren und sind zwei wesentliche Motive im bildhaften Gestalten, Symbole uralten religiösen schamanistischen Inhalts in ganz Eurasien und somit vorislamisches Erbe. Der Referent des Einführungsabends (Dr. Arpad Stephan Andreànszky aus der Schweiz)
ging in einer ersten Sequenz diesen Spuren nach: Weltenbaum, Himmelsleiter der Alttürken neben anderen Motiven. “Nun wurden sie immer wieder neu kombiniert und reizvoll abgewandelt und gewinnen dadurch neue Bedeutungen und ästhetische Wirkungen.” Stilisierung, Einzeleinsatz und Kombination und Zahlensymbolik (7 und 9) sind dabei Gestaltungsmittel, in den verschiedenen Kulturen und Kunstgebieten unterschiedlich (Mesopotamien, Ägypten, Pazyryk, Sibirien, mit Zeitsprung zur Völkerwanderung in Osteuropa, zu den Germanen, in die islamische Welt Nordafrikas und Spaniens und zu den Abwandlungen im christlichen Raum).
Der Lebensbaum lässt sich bis ins 3. Jts v. Chr ins Zweistromland zurückverfolgen (Weltenberg mit Baum und sich von ihm nährender Ziege in Ur), geht dann früh in eine Dreierstruktur über (Hauptfigur und zwei flankierende Figuren: Quelle mit 2 Bäumen/Baum mit 2 Tieren/zentrale menschliche oder tierische Figur von anderen Lebewesen flankiert).
Wesentlich sei, daß der Lebensbaum immer als Lebenssymbol zu sehen ist. Dann geht er auf die textilen Varianten in ihrer reichen Vielfalt ein (zB reduziert auf Weltachse/vielleicht Totempfahl; Pfauen stehen für Unsterblichkeit; dreifach übereinander erhöht die Wirkung; 12 Früchte oder Blüten für den Jahreslauf; 2 Hasen für Fruchtbarkeit; Sträucher sprießen aus Vögeln – bis zu neuester Kriegsbedrängnis).
Nach einem Exkurs über das Fell als heiliger Ort (wohl älteste Form) geht der Referent auf die Reihengebetsteppiche ein,

auf die
Mihrab-Formen (mit Kombinationen und Überlagerungen), auf die Spezialform Wasser und Baum, auf das Thema Weltberg/Weltnabel und Weltenbaum (mit Spezialausprägung in Erzurum Mitte 19. Jhd, aber auch anderen Gebieten).
In der Zusammenfassung wertet er den Lebensbaum älter und universeller als den Mihrab, der als architektonisches Muster in den Teppich komme, aber durch vegetabile Formen immer stärker Wachstum, Leben Geburt und Tod hervortreten lasse (bis zur Grabsteinform hin).

Der sog. Gebetsteppich sei damit faktisch zum Symbol für islamische Kunst schlechthin geworden.

Zum Thema “Nischen-Kelims: Typen und Thesen” sprach am 2.Tag Michael Plötze. Er präsentierte das mühsam gesammelte Material (Archäologisches: 9.-10.Jh.v. Chr; Hatuscha; Petra; Hagia Irene Istanbul; Ägypten 17.Jh; europäische Felsnischen usw) und die von Forschern und Sammlern aufgestellten Theorien und Thesen, enthielt sich aber bewußt einer Bewertung. An Beispielen wurden die vorliegenden Umsetzungen in die weitestgehend als Gebetskelims einzuordnende Textilkunst vorgestellt.
(Leider liegt mir kein Text vor, meine Notizen sind leider nahezu unentzifferbar, sodaß ich aus Eigenem zu dem Thema Stellung beziehen muss:)
Bei “Nische” wird meist als Synonym primär “Höhle” herangezogen – aber d e r homo sapiens, der auf der offenen Savanne gelebt hat, konnte sich höchsten aus dem vorhandenen vegetabilen Material einen Unterstand bauen als Lebensraum/Schutzraum. Diesen konnten von Natur aus nur Fels-Überhänge (damit auch Rückenfreiheit), kleine Aushöhlungen und Höhlen bieten, sodass als Synonyme eher “Dach”, “Gewölbe” (bevorzugt runde Form) naheliegend sind – mit dem Schritt zur Weltsicht und Transzendenz im “Himmelsgewölbe” (Man beachte die Weiterentwicklung in Religionen zu “Schirm” und “Baldachin”).
Aus dem Ort der Geborgenheit, der Sicherheit (Ort der Erwartung, des Segens) kann sich ein Ort der Hinwendung, des Blickpunktes, der Konzentration nahelegen, ein Platz für das Objekt der Verehrung, des Kultes ergeben, den man herstellt, erbaut – und abbildet, den man mit sich mitführen kann. Auch apotropäische Beifügungen liegen dann in der Linie der Weiterentwicklung.

Zurückkommend auf das Symposion, das mit dem dritten Referat “Nische und Lebensbaum – Symbole in antiken Knüpfteppichen und Flachgeweben” von Jörg Affentranger (Schweiz) fortgesetzt wurde, dessen Sammlung sich bekanntermaßen aus dem Bereich Ost-Iran/Afghanistan/Pakistan rekrutiert (grob gesagt Belutschen, turkmenische Sippen). Am wertvollsten waren somit die reichlichen Originalbelege, die er am abschließenden Show-and-Tell präsentierte.

Diese Präsentationen der Teilnehmer und des Hausherrn/Organisators in seiner Ausstellung inklusive seiner Führungen (mit Anmerkungen anwesender Experten) haben sich als ein wesentlicher Bestandteil des Symposions erwiesen.

MünchenBlick/ Walter Schober

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