„Hauswirtschaft schafft Lebensqualität“, „Wir schmeissen den Laden“, „Ohne Profis geht oft gar nichts mehr“ – das sind 3 heutige Aussagen oder Parolen zum Thema.
Vor nicht allzu langer Zeit sprach man von „Dienstboten“, „Knechten und Mägden“, „Köchin“ oder einfach „Hausangestellten“. Sie hatten ihr Auskommen, mehr meist nicht. Im besten Fall wurde jemand als „Perle“ bezeichnet.
Das Wort „Hausfrau“ wurde immer mehr als Abwertung empfunden: „nichts gelernt“, „ohne eigenes Einkommen“ – aber „eine gute Partie gemacht“, als Mutter ausgelastet. Und die Mädchen lernten es von ihrer Mutter, lernten einiges in der Schule – oder besuchten eine „Huawirtschaftsschule“, wie es hieß.
„Sie kann nicht wirtschaften“ war oft Auslöser wirtschaftlicher Probleme, ließ Ehen scheitern. „Das bisschen Hausarbeit“ ging doch nicht so von alleine – und das Mit-Zugreifen des Mannes und Vaters?
Verschwunden ist das alles nicht ohne Weiteres, aber es lässt sich leichter umschiffen. Und es gibt eine Reihe von Ausbildungsberufen mit qualifiziierten Abschlüssen, die zu gut dotierten Berufen geführt haben – und das auch für Männer. Es ergab sich immer mehr ein geändertes Familienbild und es gibt eine professionelle Hauswirtschaft im Freistaat. „Ob Kindergärten, Krankenhäuser oder Seniorenheime – ohne Hauspwirtschaftsprofis geht heute oft gar nichts mehr“, sagte so Staatsminister Helmut Brunner am Mittwoch bei einer Fachtagung im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Kreativen Fachkräften in der Hauswirtschaft biete sich ein dynamisch wachsender Markt mit flexiblen, attraktiven und abwechslungsreichen Arbeitsplätzen..
Und am Samstag gibt es einen eigenen „Welttag“im Ministeriums und mit Aktionen in ganz Bayern.
Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes geben Tipps und führen vor,wie sich der Haushalt schnell und effektiv meistern lässt: Wohnen, Verpflegung, Einkauf, Haushaltstechnik, Bekleidung, richtige und effiziente Wäschepflege. Eine Leistungsschau belegt das, die Schulen wenden sich an Berufseinsteiger und informieren auch tarifrechtlich.
Am Mittwoch gab es eine Preisverleihung: Prämiert wurde unter anderem Claudia Klüpfel vom Adelgundenheim aus München. Die Fachjury würdigte vor allem die besondere Unterstützung benachteiligter Jugendlicher beim Einstieg in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt.
Mit ihrer Unterschriftenaktion für ein eigenes Schulfach vor zwei Jahren haben die Landfrauen den Stein erfolgreich ins Rollen gebracht: Ernährungs- und Gesundheitsbildung, Verbraucher- und Umweltbildung sowie nachhaltige Haushaltsführung sind verpflichtender Unterrichtsgegenstand an bayerischen Schulen. Man vermittelt Alltags- und Lebenskompetenzen.
www.berufe.hauswirtschaft.bayern.de – siehe auch Kalender dieses Mediums (ans Ende scrollen)
Anmerkung: Der Samstag ist auch der Internationale Tag des Waldes.
MünchenBLick / Walter Schober